Gedichtetes

Die Liebe der Väter

Oh, Liebe der Väter, wie bist Du vermisst!

In Opfer und Täter, in berechnender List,
im Denken und Handeln von Angst und in Mangel,
in Ego-Gezänk und Mächtegerangel
warst Du Jahrhunderte lang tief gebunden.
Schau nur in den Herzen die klaffenden Wunden!

In Kriegen hast Du Dich ausgetobt,
angeblich für Freiheit und liebende Götter.
Bis zum Letzten zu kämpfen hast Du gelobt,
bekämpftest und opfertest Feinde und Spötter.

Du wolltest schon immer nur das Gute,
doch warst Du im Zorn und dafür viel zu blind,
bezahlt hast Du mit Deiner Söhne Blute,
die tot oder seelisch gedemütigt sind.

Nun stehst Du vor all dem Elend und weinst.
Du siehst auf all das, was Du angerichtet.
Dir wird jetzt bewusst, Du erkennst und Du meinst,
auf die Schmerzeserfahrung hättest Du gern verzichtet.

Doch mit jeder Träne, mit jedem Gebet,
spürst Du mehr Deine Liebe. Es ist nie zu spät!
Du suchst nach den Wegen zu Heilung und Glück,
kämpfst nun mit dem Herzen, nicht mehr mit dem Schwert.
Nicht Hoffnung, nein, Gewissheit kehrt in Dich zurück,
erlebst Schritt für Schritt: „Oh, ich bin liebenswert!”

Du erfährst Dich als Vater der liebend umfässt,
wenn Du Dich selbst auf die Liebe einlässt,
die Ängste erlöst und Vertrauen gewinnst,
im göttlichen Wesen zu leben beginnst,
erlebst, dass für Dich doch schon längst alles da ist
und Du Dir über die Lügen des Mangels gewahr bist.

Immer mehr und noch schneller erkennst Du dann
die wichtige Stellung von Vater und Mann,
nährst Dich an Deiner Liebe und nicht mehr im Außen,
versklavst weder Frauen, noch Kinder, noch Tier,
versprühst Deine Gaben von Innen nach Draußen,
bringst Dich voll ein in das „liebende Wir“.

Dann beschenkt Dich die Welt mit Freude und Fülle,
es füllt sich mit Frieden Deine leere Hülle
und alles um Dich erstrahlt dann in Deinem Licht.
Ohne liebende Männer und Väter geht’s nicht!

Ängstlich der Masse zu folgen ist unser Gewöhnen,
doch Vater und Mann zu sein, das braucht viel Mut!
Hörst Du erst das Jauchzen von Töchtern und Söhnen,
dann weißt Du: JETZT ist alles gut!
Denn glücklich zu machen, das ist Vaters Glück.
Die Liebe der Väter, jetzt kommt sie zurück!

von Holger Eybe

Logo